Montag, 29. September 2008

Apfelsaft und Passionsfrucht


Die Harbour Bridge von der Fähre aus.

Bondi Beach, ich wohne in einem dieser Häuser am rechten Bildrand!


Klischee Bild :)

Sonnenuntergang Bondi Beach.


Möglicher Sonntag in Sydney:
Aufstehen, aus dem Haus gehen, ein Lüftchen geht, es ist heiss (da Frühling, aber noch nicht so heiss wie im Sommer) und man steht an der Bushaltestelle und fragt sich an welchen Strand oder an welchen schönen Aussichtspunkt man heute gehen soll. 

Als Schweizerin, die sich eher an Berge gewöhnt ist, ist das ein anderes Leben und ich geniesse es. Australien ist schon ein ganz schönes Flecken Erde.  Und schon auf dem Arbeitsweg begegnet man mitten in  der Stadt Tieren, ich sehe oft weisse Kakadus mit gelben Kamm, wenn ich auf meinem Arbeitsweg durch den Hyde Park gehe. Meine Kollegin, die in Manly wohnt und mit der Fähre nach Sydney fährt, hat heute auf ihrem Arbeitsweg Delfine gesehen. 
Welch andere Stadt schenkt einem solche Momente!


Australien, mit geöffnetem Himmel triffst du direkt ins Herz.
Zusammengewachsen aus Neuem, gehst du, ungeachtet dem Bestehenden, voller Tatendrang vorwärts.


Donnerstag, 18. September 2008

Fülle


Gestern las ich über Karl Wolfskehl, ein deutsch-jüdischer Dichter, der 1938 nach Australien ins Exil zog.  Es ist spannend zu sehen, wie andere Europäer Sydney erleben. Was er über Sydney schrieb, spricht mir aus dem Herzen:

"Die paar Tage gehen jetzt zu Ende, sie waren sehr angefüllt - Menschliches, Landschaftliches, das starke reiche Leben der grossen Stadt, der unvergessliche Hafen, die herrliche überall durchbrechende und auch im sogenannten Winter noch blütenbunte Vegetation - all das hast es uns sehr angetan, und ich habe eine freilich süsse Müh all die Füller neuer Eindrücke in mir zu ordnen. Sydney sieht mich derart an, dass ich am liebsten hier bleiben würde, zunächst heisst es auf nach Neuseeland.
(...)
Es kam alles zusammen, was unsereiner braucht, bot sich dar, erleichterte, beschwingte.
Eine unvergleichlich schöne Stadt, atmend, pochend, ja überquellig inmitten grossartiger doch anmutsvoller Gelände. Und, wie es der Zufall wollte, führte er aus all dem übervielen heraus mir die paar Leute zu, die ich nötig hatte, in deren Sein und Zusammenhang das Wesentliche zusammenfasst, mir lieb wurde oder verständlich."

Als ich das gelesen habe, dachte ich, wow, genau so erlebe ich hier auch vieles. 
Der Hafen ist unvergesslich, die Stadt ist pochend, und doch hat es frischen Wind zum atmen, die Stadt quillt über an Fülle von Natur, Kultur, Essen, Menschen etc etc. Diese Stadt scheint schon früher Leute in ihren Bann gezogen zu haben.  Auch ich bin von ihr erfüllt und muss ab und zu alle Eindrücke etwas ordnen. Und es ist wahr, diese Stadt erleichtert und beschwingt!! Genau so erleb ich das. Hier steht das Leben im Vordergrund, und nicht das Leben, das man haben könnte, wenn man Karriere etc hat. Hier ist das Leben auch ohne Topkarriere schön, da muss man nicht auf morgen warten, um zu leben. Das ist schön, und man kann es leichter nehmen, weil man weiss, man ist mittendrin und muss nicht vieles auf später verschieben. 
Und auch tolle Leute habe ich getroffen, die ich sonst nie getroffen hätte und das macht so reich. Freunde auch am anderen Ende der Welt zu haben, zeigt, dass wir überall gleich sind auf der Welt und es zeigt, wie sehr wir unserer Welt Sorg geben müssen. Sie ist so klein eigentlich. Und überall auf ihr gefährden wir sie mit den gleichen Dingen. 
Und auch den Gedanken des hierbleiben wollen, kann ich gut nachvollziehen. Was diese Stadt wohl hat, dass man sie gern bekommt? 
Am Flughafen bin ich angekommen an einem kalten Wintermorgen und wusste nicht, was mich erwartet. 
Aber der Himmel war schon offen und weit..... und voller Möglichkeiten und Freiheit.  

Ein grosser Teil des Reichtums seid ihr. Zu wissen, dass es so tolle Menschen gibt, die einem nahe sind!
Ich denke jeden Tag an euch. Hebt euch Sorg.

Montag, 15. September 2008

Arbeit, Sonne, Australien

Das ist die Aussicht von der Terasse von unserem Bürogebäude in der City und unten der Ausblick aus meinem Fenster. Ich arbeite wirklich an einem privilegierten Ort, wie man sehen kann.
Jetzt ist es nach 5 kälteren Wochen auch warm geworden und verbunden mit einem frischen Lüftchen ist das super.





Privilegiert ist das richtige Wort. So fühle ich mich oft hier. Man ist eh überall privilegiert, wenn man in einem sicheren, reichen Land lebt. Hier kommt einfach diese Schönheit der Landschaft und die Vielfalt dazu.
Heute beim Busstop zur Arbeit, habe ich auf den Strand geschaut, in der Sonne auf den Bus gewartet, kein Wunder ist das Leben hier more easy going. Es ist ein anderes Arbeiten hier. Die Leute arbeiten mehr um zu leben, als umgekehrt. Und ich finde das auch richtig. Man hat dieses Leben und sollte es geniessen und nicht verbissen Dingen hinterherrennen, die nicht wichtig sind.

Hier wird einem das Geniessen einfach gemacht. Und ich fühle einen grossen Reichtum in mir, soviele tolle Menschen schon getroffen, soviel andere Kulturen erfahren duerfen, soviele schöne Landschaften, soviel neues zu entdecken. 
Das Licht in Australien finde ich auch extrem schön. Hier der Sonnenuntergang von Manly aus gesehen (äusserter Punkt von Sydney am Pazifik). Das ist mir jetzt aufgefallen, dass man von den verschiedenen Punkten der Stadt immer wieder auf das Opernhaus, und die Harbour bridge sieht. Und es sind immer andere Sichten.  


All this brings me to the following conclusion:



und das mittlere Wort ist: loves! 

Donnerstag, 11. September 2008

Kultur und Natur, Palmen und Wolkenkratzer und ein junges Land voll Freiheit



Also eigentlich sollte zu den untern Fotos noch Text stehe. Aufgrund von technischen Problemen hole ich das nun nach. 
Letzte Woche bin ich zweimal mit meinen Arbeitsbuddies ausgegangen, in Pubs (typischer Ort hier, um ein Feierabendbier zu nehmen). Bei der Arbeit habe ich so viele tolle Kollegen getroffen, es ist eine ganz offenem internationale Atmosphäre. Meine japanische Tischnachbarin bringt mir manchmal japanische Woerter bei (onegaischemas = bitte).
Die Arbeitsatmosphaere ist locker, international, lustig, kollegial, man nennt sich nur bei den Vornamen, auch die obersten Chefs.

Das zweite Foto zeigt mich in Manly, einer meiner Lieblingsorte hier. Wie ein Ferienort in Südfrankreich. Hab letzten Sonntag dort Celine, meine neue Schweizer Freundin dort getroffen, der Strand ist unendlich und die Wellen des Pazifiks und grün. Ich könnte stundenlang zuschauen. Am Samstag davor bin ich mit Celine in den Ausgang, zum Glück ist sie auch so eine Tanznudel wie ich. Und es erstaunt mich, dass ich, die sonst fast nichts trinke, noch keinen Kater gehabt habe :)

Am Sonntag Abend sind wir in Manly in die Manly Wharf Bar, eine schoene und grosse Bar, am Hafen, wo man gut essen kann, in die Bar sitzen kann, draussen am Wasser sitzen kann. Das gibt es oft hier, solche multikonzeptuellen Orte. Das mag ich, da ist man so flexibel. Einen solchen Sonntag haben wir schon das zweite Mal gemacht und diese Sonntage liebe ich. Viele Junge treffen sich auch ein Sonntagbierchen, ein Dj spielt Musik. Tiptop. 
Ich geniesse es hier sehr, und lasse es mir gutgehen. Die Australier haben recht, wenn sie sagen no worries. Oder vielleicht würde ich es less worries nennen. Hier macht man sich weniger Sorgen und lebt den Tag mehr, habe ich das Gefühl. Wobei die CH oft eher ist, für morgen schauen, sparen etc. Es hat beides seine Sonnen und Schattenseiten. 
Gerne würde ich das alles mit euch teilen. Oft fühle ich mich hier sehr frei, zb wenn ich morgens mit dem Strom in die City komme (wo ich arbeite) und dann unter Palmen und Wolkenkratzern zur Arbeit laufe, das ist ganz toll.

 

Dienstag, 9. September 2008

Dienstag, 2. September 2008

Freiheit



Sydneyfarben. Diese Farben, vor allem das Glas symbolisieren für mich Sydney. Dieses blau und dann die hellen Farben mit der Sonne und alles so frisch.

Heute bin ich mit der Fähre zur Arbeit gefahren, dass ist wie Ferien, zehn Minuten hat man das Gesicht im Fahrtwind, sieht aufs Meerwasser, wo sich die helle Sonne spiegelt und flitzt an wunderschönen Häusern auf den Buchten vorbei. (Die Häuser sind extrem teuer hier, weil viele nach Sydney kommen wollen und die Nachfrage so gross ist.)

Bei der Arbeit lerne ich sehr viel, auch über andere Kulturen. Yui, meine japanische Lieblingsbüronachbarin (erkennbar an ihrem Akzent, am Telefon sagt sie immer good tings, statt good things, ich liebe ihren Akzent :) hat mir heute erzählt, dass Japan gar keine Flüchtlinge oder Asylbewerber annimmt. Es ist sehr spannend, wir tauschen Facts über unsere Kulturen aus und so weiss jeder am Schluss mehr (zb das die CH 4 Sprachen hat). Erst wenn man rausgeht, merkt man, dass das was in der CH einem so selbstverständlich scheint, nicht für die Welt gelten muss. Wenn man aus der CH kommt, nimmt man an alle Länder nehmen zb ein gewisses Mass an Flüchtlingen an, aber da lernt man, dass das gar nicht so ist. So ist es mit vielen Sachen, mit guten und schlechten. Nicht alles gute und schlechte der CH ist selbstverständlich. Und das hilft das Gute zu schätzen und das Schlechte zu relativieren. 
Hier kann man den Blick erweitern für neues. Und der Geist, die Seele und das Herz können ganz viel mitnehmen! Ja genau, so erlebe ich es: Man wird reicher, offener. Das Neue macht einem flexibel und neugierig. Ich merke, dass manchmal viel mehr möglich ist, als man auf anhin denkt. Ich erlebe es hier so, dass das Glas halbvoll ist (oder manchmal mehrere Gläser ;) und das geniesse ich.